Energie halbieren: Wie OSTEKS zeigt, dass es für KMU machbar ist
Steigende Energiepreise, regulatorischer Druck und unsichere Rahmenbedingungen stellen viele Automobilzulieferer vor eine zentrale Frage:
Wie lässt sich Energieverbrauch signifikant reduzieren, ohne die Produktion zu gefährden?
Beim Kick-off des AMZ-Arbeitskreises Energie am 24.02.2026 hat unser Mitglied OSTEKS genau darauf eine klare Antwort gegeben und einen praxisnahen Weg aufgezeigt, wie auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dieses Ziel erreichen können.
50 % Energieeinsparung: Ein realistisches Ziel
OSTEKS GmbH in Elterlein, ein energieintensiver Oberflächenbeschichter für die Automobilindustrie, stand 2025 vor einem Gesamtenergieverbrauch von rund 7 GWh pro Jahr.
Das ambitionierte Ziel: Halbierung des Energieeinsatzes bis Ende 2026
Was besonders relevant für die Branche ist: Dieses Ziel wurde nicht als Vision formuliert, sondern durch konkrete, umsetzbare Maßnahmen untersetzt, die auch für KMU übertragbar sind.
Der Weg: Transparenz, Technologie und Prozessverständnis
Der entscheidende erste Schritt bei OSTEKS war nicht die Investition, sondern die Analyse der eigenen Energieströme.
1. Transparenz schaffen
- Detaillierte Aufschlüsselung thermischer und elektrischer Verbraucher
- Identifikation der größten Energiehebel (z. B. Abluftnachverbrennung, Pumpen, Prozesse)
Erkenntnis: Die größten Einsparpotenziale liegen oft in wenigen, klar identifizierbaren Prozessen.
2. Maßnahmenpaket mit direkter Wirkung
OSTEKS setzt auf ein Bündel aus technologischen und organisatorischen Maßnahmen:
- Ersatz der thermischen Nachverbrennung (TNV) durch biologische Abluftreinigung
- Digitales Energiemanagement mit Monitoring und Laststeuerung
- Photovoltaik (450 kWp) zur Eigenstromerzeugung
- Wärmerückgewinnung durch Wärmetauscher
- Prozessoptimierung (Temperaturen, Druckluft, Anlagenbetrieb)
Ergebnis: Einsparpotenzial von rund 3,5 GWh – also ca. 50 % des Gesamtverbrauchs
3. Schrittweise Umsetzung statt „Big Bang“
Ein zentraler Erfolgsfaktor:
OSTEKS verfolgt keinen radikalen Umbau, sondern eine strukturierte Roadmap mit aufeinander aufbauenden Maßnahmen.
- Start mit schnell wirksamen Maßnahmen (Monitoring, Prozessoptimierung)
- Parallel Planung größerer Investitionen (PV, neue Technologien)
- Langfristige Perspektive: CO₂-Neutralität bis 2030
Das zeigt: Auch mit begrenzten Ressourcen können KMU systematisch vorgehen.
Warum das für Zulieferer jetzt entscheidend ist
Die Beweggründe von OSTEKS spiegeln die aktuelle Realität vieler Unternehmen wider: steigende Energiekosten (u. a. durch ETS II), zunehmender Druck aus der Lieferkette, Anforderungen an Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion sowie der Wunsch nach mehr Resilienz und Unabhängigkeit.
Energieeffizienz wird damit vom Kostenthema zur strategischen Wettbewerbsfrage.
AMZ-Arbeitskreis Energie: Plattform für Lösungen und Austausch
Genau hier setzt der AMZ-Arbeitskreis Energie an.
Zum Kick-off am 24.02.2026 lieferte OSTEKS einen spannenden Impuls zur konkreten praktischen Umsetzung. Diese Begeisterung und Hands-On-Mentalität nehmen wir zukünftig mit.
So soll der Arbeitskreis regelmäßig stattfinden, Unternehmen bei der Identifikation und Umsetzung von Maßnahmen begleiten, den Erfahrungsaustausch zwischen Zulieferern fördern, sowie aktiv an der Gestaltung von Rahmenbedingungen für KMU mitwirken.
Als Netzwerk versteht sich AMZ dabei als Vernetzungsplattform, Interessenvertretung und Wissensvermittler, um die Wettbewerbsfähigkeit der Zulieferer nachhaltig zu stärken.
Fazit: Energieeffizienz ist machbar – wenn man beginnt
Das Beispiel OSTEKS macht deutlich:
50 % Energieeinsparung sind kein theoretisches Ziel, sondern praktisch erreichbar – auch für KMU.
Entscheidend ist der Einstieg:
- Transparenz schaffen
- Maßnahmen priorisieren
- Schritt für Schritt umsetzen
- Austausch im Netzwerk nutzen
Jetzt aktiv werden
Der AMZ-Arbeitskreis Energie bietet die ideale Plattform, um genau diesen Weg zu gehen – gemeinsam mit anderen Zulieferern, Experten und Praxisbeispielen aus dem Netzwerk.
👉 Bleiben Sie informiert über kommende Termine und bringen Sie Ihre Themen aktiv ein.
👉 Nutzen Sie die Stärke des Netzwerks, um Ihr Unternehmen energieeffizient und zukunftssicher aufzustellen.
Denn klar ist: Wer heute handelt, sichert sich morgen entscheidende Wettbewerbsvorteile im Autoland Sachsen.
Ihr Kontakt

Für Fragen zum Arbeitskreis Interieur
und Energie melden Sie sich bei:
Andreas Bergner
E-Mail: bergner@amz-sachsen.de
Telefon: 0173 1621250


