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Presse-Statement des AMZ Sachsen zur Zukunft der Automobilindustrie

Deutsche Automobilindustrie 2026: Krise mit ersten Stabilisierungssignalen

Die deutsche Automobilindustrie steht weiter unter Druck, doch die Lage ist differenzierter, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Trotz Strukturwandel, Wettbewerbsdruck und politischer Unsicherheiten zeigen sich erste Anzeichen von Stabilisierung. Diese schaffen wir aber nur mit einer klaren Industriepolitik.

So lautete die grundlegende Aussage von unserem AMZ-Netzwerkmanager Dirk Vogel im Presseartikel der Berliner Zeitung vom 4. Januar 2026.

>> Hier online lesen: Berliner Zeitung (Flynn Jacobs): Jobabbau, Abwanderung, Insolvenzen: 2026 droht VW und Co. das nächste Krisenjahr

>> Vollständiger Print-Artikel: Berliner Zeitung (Flynn Jacobs): Motorschaden

Was sagt das AMZ Sachen zur aktuellen Lage?

Wir haben im Folgenden für Sie die Einschätzungen zur aktuellen Lage von unserem Netzwerkmanager Dirk Vogel zusammengefasst:

Ein positives Signal: Zum Jahresende 2025 hat sich die Fahrzeugproduktion in Deutschland wieder auf über 350.000 Fahrzeuge pro Monat eingependelt. Sofern sich geopolitische Konflikte nicht weiter zuspitzen, dürfte dieses Niveau auch 2026 gehalten werden.

Politik bremst Investitionen am Standort Deutschland

Deutlich kritischer fällt der Blick auf die politischen Rahmenbedingungen aus. Wirksame Kostensenkungsprogramme für die industrielle Produktion fehlen bislang. Die Folge: Laut aktueller Umfragen wollen nur noch rund 25 Prozent der Zulieferer investieren. Direkt nach der Corona-Pandemie waren es noch über 50 Prozent. Diese Entwicklung schwächt den Standort Deutschland spürbar.

Zulieferer unter massivem Kostendruck

Besonders stark geraten die Automobilzulieferer unter Druck. Fahrzeughersteller geben ihren Kostendruck konsequent weiter und fordern zusätzliche Preisnachlässe zu bereits vereinbarten jährlichen Einsparungen. Gleichzeitig steigen Rohmaterialpreise und Personalkosten, unter anderem durch den höheren Mindestlohn. Professionelle Verhandlungsführung und strategisches Kostenmanagement werden damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

>> Seminare des AMZ Sachsen zur professionellen Verhandlungsführung

Konsolidierung und Globalisierung prägen den Wettbewerbsdruck

Der internationale Wettbewerb in der Automobilindustrie bleibt hoch, verschärft sich jedoch nicht über das Niveau von 2025 hinaus. Stattdessen setzt sich die Konsolidierung der Branche fort. Vor allem große, international aufgestellte Automobilzulieferer bereinigen ihre Portfolios und verlagern Produktionskapazitäten gezielt in Regionen mit niedrigeren Kosten und stabiler Nachfrage – etwa in die Türkei oder nach Südamerika, wo auch Verbrennerfahrzeuge weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Für mittelständische Zulieferer ist dieser Weg nur eingeschränkt realisierbar.

Gleichzeitig eröffnen sich Chancen auf internationalen Wachstumsmärkten. Beim Automotive Forum Zwickau berichtete Honda zuletzt von Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Euro in neue Fertigungskapazitäten für Elektrofahrzeuge in den USA. Für finanzstarke und strategisch ausgerichtete Zulieferer ergeben sich hier neue Kundenbeziehungen und Absatzpotenziale. Kleinere, regional fokussierte Unternehmen können diese Möglichkeiten allerdings deutlich schwerer nutzen.

Elektromobilität treibt den Strukturwandel

Der Umbau der Branche ist in vollem Gange. Während Komponenten für Verbrenner weiter an Bedeutung verlieren, steigt die Nachfrage nach E-Antriebskomponenten. Auch Plug-in-Hybride gewinnen an Relevanz und sorgen für eine gewisse Entlastung, wenn auch in hochpreisigen Segmenten.

Fehlende Industriepolitik gefährdet Zukunftsarbeitsplätze

Entscheidend bleibt die politische Frage: Wie entstehen neue Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Industrien wie Robotik, KI oder Gesundheitswirtschaft? Eine klare industriepolitische Strategie fehlt bislang und damit eine verlässliche Perspektive für Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland.

Fazit: Die deutsche Automobilindustrie befindet sich 2026 nicht am Ende, sondern mitten im Umbruch. Die Krise ist real – die Chancen aber auch.

Das AMZ Sachsen wird sich auch 2026 für die Wettbewerbsfähigkeit der Zulieferer und verlässliche Rahmenbedingungen einsetzen. Mitglieder des AMZ Sachsen können hier aktiv mitgestalten. Eine besonders gute Möglichkeit bietet dafür unser Jahresauftakt am 14.01.2026. Wer noch kein Teil unseres Netzwerks ist, kann sich hier über eine Mitgliedschaft informieren: >> Mitglied werden